Pilger der Hoffnung - Wallfahrt zur Muttergottes von Valeria

Am vergangenen Sonntagabend fand eine «Mini-Wallfahrt» zur Muttergottes von Valeria, dem Burghügel in Sitten statt. Mehrere Hundert Personen aus der ganzen Diözese folgten der Einladung von Bischof Jean-Marie Lovey, auf dem Weg zur Muttergottes einander Mut zu machen, weiterhin Pilger der Hoffnung zu bleiben, wie es das Motto des Heiligen Jahres betont.

Gemeinsam seine Hoffnung erzählen

Das Organisationsteam, in dem sich aus dem Oberwallis Jonas Amherd, Brigitte Bürcher Martin Gadient mitarbeiteten, stellte das Thema Hoffnung ins Zentrum der verschiedenen Gebete und Meditationstexte. Vor der Kathedrale von Sitten begrüsste Jonas Amherd in beiden Sprachen unseres Kantons die mehrere Hundert Pilgerinnen und Pilger zählende Schar aus dem ganzen Bistum und führte sie in das Thema ein. Nachdem auch Bischof Jean-Marie Lovey die Wallfahrer willkommen und seiner Freude über die grosse Anzahl Teilnehmer und Teilnehmerinnen Ausdruck gegeben hatte, entzündeten Jungwächter aus Glis auf dem Kathedralplatz in mehreren grossen Eisenwannen das Feuer, an denen die Pilger ihre Fackeln entzünden konnten. In ihrem Schein machten sie sich auf den Weg, um auf den Hügel von Valeria zu steigen. Der Bischof bat sie, auf ihrem Weg einander zu erzählen, was Hoffnung für sie bedeute und was ihnen, trotz aller Sorgen und Probleme Grund zur Hoffnung gebe. Dabei zeigte es sich, dass viele Menschen Hoffnung und Kraft im Gebet und in ihrem Glauben finden, in einem Glauben, den sie durch die Teilnahme an diesem Pilgergang stärken und voreinander bezeugen konnten. Das miteinander auf dem Weg sein und sich als lebendige Gemeinschaft von Glaubenden zu erfahren, hat an diesem Abend die Hoffnung sicher auch gestärkt.

 

Besinnliche Gesänge

Die Kirche von Valeria ist 1987 von Papst Johannes Paul II. zur Basilika erhoben worden. Er erklärte sie damit offiziell zu einem herausragenden Gotteshaus der katholischen Kirche. In dieser Basilika, die die zahlreichen Pilgerinnen und Pilger kaum fassen konnte, begann der zweite Teil dieser Wallfahrt, der aus besinnlichen Texten und Liedern aus Taizé bestand. Sie sprachen von der Hoffnung, die Gott den Menschen schenkt und sie auch in der Dunkelheit von Fragen und Krisen nicht verzweifeln lässt. Während seiner Meditation erinnerte der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, an die Suche nach Gott, die jede Pilgerreise beseelt. «Wenn in den Bergen ein Sturm aufzieht, muss man hinabsteigen, um Schutz zu finden. Ebenso muss man auf einer Pilgerreise in sein Innerstes hinabsteigen, um sich zu Gott zu erheben.» Mit einem Zitat des heiligen Augustinus riet Bischof Lovey den Menschen, mit der Suche nach Gott, der Quelle der Hoffnung nie aufzuhören: «Herr, lass mich dich suchen, und wenn ich dich gefunden habe, lass mich dich weitersuchen.»

Dieser Pilgergang nach Valeria war ein gelungener Anlass und ein würdiger Abschluss des Heiligen Jahres im Bistum Sitten. Papst Leo XIV. wird dieses Jubeljahr am 6. Januar 2026 mit der Schliessung der Heiligen Pforte im Petersdom in Rom offiziell beenden. Die Menschen sind jedoch aufgerufen, weiterhin Pilger der Hoffnung zu bleiben, denn die Hoffnung trägt und lässt nicht verzweifeln. Dabei hat auch dieser Pilgergang mitgeholfen, der mit einem gemütlichen Glas warmem Wein oder Tee, Kuchen und Zopf auf dem Platz unterhalb der Basilika zu Ende gegangen ist.

 

                                                                                              Paul Martone

 

 

Herr,  
wir sind auf den Hügel gestiegen, um dich anzurufen. 
Wir sind gekommen, um zu dir zu beten, weil wir wissen, dass du uns erhörst. 
Wir sind gekommen, um die Hoffnung des Heiligen Jahres zu erflehen.  
Wir suchen dich und du lässt dich finden.   

In unserer Dunkelheit ... 

 

Impressionen der Wallfahrt

Meditation unseres Bischofs, Jean-Marie Lovey, anlässlich der Wallfahrt.

Meditation unseres Bischofs, Jean-Marie Lovey, anlässlich der Wallfahrt.

Meditation  Ps 71 / Jer 29,11-13 

Herr, ich suche Zuflucht bei dir 
Herr, du bist für mich eine Zuflucht 
Ich suche dich. Lass mich dich finden. 
Wenn der Sturm droht
Wenn sich das Gewitter mit seinem Donnern und seiner Bedrohung ankündigt, 
sucht der Bergwanderer Schutz an einem Felsen 
wenn der Blitz auf den Grat einschlägt, 
braucht man den Mut, den Berggrat zu verlassen und hinabzusteigen 
Unten muss man Zuflucht suchen 

Herr, ich suche in dir meine Zuflucht  
in dir, der du unten bist, ganz unten in meinem Herzen. 

Dort wartest du auf mich, du, der Fels, die Festung, die mich rettet. 
Ja, Herr, am Ende meiner Suche gib, dass ich dich finde  
Und wenn ich dich gefunden habe, lass mich dich weiter suchen.  

Heute Abend sage ich dir vor meinen Brüdern erneut: 
Mein Gott, du bist meine Hoffnung seit meiner Jugend,  
und sogar schon vor meiner Geburt! 
Du, Herr, hast mich gewebt,  
wie eine geschickte Weberin an ihrem Webstuhl,  
Du hast mich gemacht, du, mein Gott. 
Du hast mir das Geschenk des Vertrauens ins Herz gelegt.  
Wovor, vor wem sollte ich Angst haben? 
Die Hoffnung, die in mir wohnt, lässt mich deinen Himmel sehen  
als den Ort, an dem du auf mich wartest. 
Herr, erneuere in mir die Aufmerksamkeit für die kommenden Güter 
Erfreue mein Herz mit dem Gedanken an das Paradies, wo du bist, 
wo mir so viele Brüder und Schwestern vorausgegangen sind, die zu dir gekommen sind.   

Sie sind in unserer Erinnerung und in unseren Herzen. 
Weil du ihnen mächtige Hilfe bist, 
sind sie für uns zu einem Wunder und zu Propheten des Lebens geworden!  

Der Prophet Jeremia hat uns im Namen des Herrn seinen Plan und seine Absicht erneut verkündet. 
Weil Gott der Gott des Lebens ist,  
weil er uns sich selbst schenkt, wird unsere Hoffnung gestärkt.  

Unsere Welt ist zerrissen von so viel Leid, Kriegen und Dramen, die den Horizont und die Zukunft verdunkeln. Das ist nicht das Werk Gottes, sondern das Wirken des Bösen. Wir müssen heute Abend erneut die Verheißung hören, die Gott uns gibt. Wir müssen es erneut hören und es weit um uns herum weitergeben. Und wie können wir das tun, wenn nicht indem wir uns engagieren, indem wir uns , dort, wo wir sind, um mitzuwirken an Gottes Wirken, der uns Hoffnung und eine Zukunft schenken will.  

Herr,  
wir sind auf den Hügel gestiegen, um dich anzurufen. 
Wir sind gekommen, um zu dir zu beten, weil wir wissen, dass du uns erhörst. 
Wir sind gekommen, um die Hoffnung des Heiligen Jahres zu erflehen.  
Wir suchen dich und du lässt dich finden.   

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