Papst: «Religiöse Gemeinschaften sind kleine Lichter der Hoffnung» - Zu einem Treffen der Ordensleute in Brig
Gemeinsamer Ursprung
Dieses Treffen in Brig setzte um, was Papst Leo XIV. im Juli 2025 gesagt hat: Die Ordensgemeinschaften seien berufen, «zu beten, sich auszutauschen und gemeinsam darüber nachzudenken, was der Herr für die Zukunft von euch erwartet». Und passend über die verschiedenen Orden, die in Brig zusammenkamen, unterstrich der Papst, dass sich die Vielfalt der Gründungen und Sendungen in den Orden verstehe, «als Ausdruck eines einzigen geistlichen Ursprungs: der Liebe Gottes zur Menschheit». Dabei hob Leo XIV. die unterschiedlichen Weisen hervor, in denen Ordensgemeinschaften Aspekte des christlichen Lebens verkörpern – vom missionarischen Dienst über die Jugendbildung bis zur eucharistischen Hingabe. Dadurch haben die Orden im Laufe der Geschichte dazu beigetragen, «die Sendung und das Geheimnis der Kirche in unserer Welt sichtbar zu machen... Die Kirche braucht euch und die ganze Vielfalt und den Reichtum der Formen des geweihten Lebens und des Dienstes, die ihr repräsentiert».
Synodalität
Papst Leo erinnerte auch daran, dass die gegenwärtigen Reflexionen innerhalb der Ordensfamilien Teil eines grösseren geistlichen Prozesses seien: „Was ihr im Gebet und im gegenseitigen Hören vorbereitet und formuliert habt, ist Frucht des Geistes“, sagte er. Das gemeinschaftliche Leben ermögliche es, Zuhören, Austausch und gemeinsame Unterscheidung konkret einzuüben. Zugleich verweist Leo XIV. auf die Strukturen der Ordensgemeinschaften selbst, die auf gemeinsamer Verantwortung und einem gemeinsamen Auftrag beruhten. «Gerade Menschen im Ordensleben sind dazu berufen, Experten für Synodalität zu werden», so der Papst. Er äusserte die Hoffnung, dass die Ordensleute durch diesen «geschwisterlichen und aufmerksamen Dialog» erkennen könnten, «was der Heilige Geist über die Gegenwart und Zukunft des geweihten Lebens in den Ländern, in denen ihr wirkt, sagt». Zugleich verwies das Kirchenoberhaupt auf die Strukturen der Ordensgemeinschaften selbst, die auf gemeinsamer Verantwortung und einem gemeinsamen Auftrag beruhten. Durch ihre «Vitalität und das Zeugnis eines auf Jesus ausgerichteten Lebens» könnten Ordensleute dazu beitragen, «die Welt aufzuwecken». Zugleich könnten sie der «Globalisierung der Gleichgültigkeit und der Ohnmacht» mit der Liebe und Barmherzigkeit Christi begegnen.
Förderung von Berufungen
Ein grosses Problem, das wohl allen Ordensgemeinschaft im Wallis und auch darüber hinaus, gemeinsam ist, ist der Mangel an Frauen und Männer, die bereit sind, in einen Orden einzutreten und dort in Armut, Keuschheit und Gehorsam zu leben. Der Heilige Vater sprach daher eindringlich über die Förderung von Berufungen. Sie sei «von vitaler Bedeutung», damit das geweihte Leben authentisch aufblühen könne. Der Papst erinnert daran, dass der Ruf Christi zu einem Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam «Freude, Frieden und Erfüllung» schenken könne: «Heute gibt es trotz der zunehmenden Säkularisierung in der Welt zugleich einen wachsenden Hunger nach Gott», stellt er fest. Viele junge Menschen und Erwachsene hätten den christlichen Glauben neu entdeckt, manchmal nachdem sie sich eine Zeit lang von Gott entfernt hatten. Diese Offenheit gelte es aufzugreifen – gerade im Kontakt mit jungen Menschen. An die Ordensleute richtet der Papst deshalb einen konkreten Auftrag: «Wenn ihr (...) mit jungen Menschen in Kontakt kommt, versucht, Wege zu finden, ihnen eure Lebensform näherzubringen und ihnen zu helfen, die Stimme des Herrn zu hören, der in den Tiefen unserer Herzen zu uns spricht. Ermutigt sie, mutig auf Jesus zu antworten, der sich an Grosszügigkeit niemals übertreffen lässt, damit auch sie die Freude erfahren, die daraus erwächst, seinem Ruf zu folgen.» Papst Leo fordert die Ordensleute auf, mit geistlicher Weite zu denken und zu handeln: «Denkt gross, als einzigartige Mosaikstücke eines göttlichen Plans, der euch übersteigt und euch dennoch einbezieht – das Heilswerk, mit dem Gott die ganze Menschheit als eine grosse Familie zu sich führen will.»
Paul Martone