Miteinander und Verantwortung
Der Besuch verstand sich bewusst als ein Zeichen der Nähe: gegenüber Menschen, die oft nach belastenden Erfahrungen auf der Suche nach Schutz und Perspektiven sind. Neben der politischen und organisatorischen Verantwortung wurde damit auch die menschliche und gesellschaftliche Dimension von Migration sichtbar gemacht. Mit ihrem Besuch unterstreichen die Beteiligten die Bedeutung eines respektvollen und solidarischen Miteinanders. Migration stellt Staat und Gesellschaft vor Herausforderungen, eröffnet aber zugleich die Möglichkeit, grundlegende Werte wie Würde, Verantwortung und Zusammenhalt konkret werden zu lassen.
Die Schweizer Bischofskonferenz bringt dies in einer einfachen Geste zum Ausdruck: im gemeinsamen Essen, im Zuhören, im persönlichen Gespräch – und im stillen Gebet. Es geht darum, Menschen in prekären Lebenssituationen nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern ihnen mit Aufmerksamkeit und Respekt zu begegnen. Der Besuch in Nuolen steht somit für ein gemeinsames Anliegen von Kirche und Staat: Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft nicht nur zu verwalten, sondern ihnen mit Menschlichkeit zu begegnen.