Anlaufstellen für Opfer von Missbrauch in der Kirche
Haben Sie Missbrauch im kirchlichen Umfeld erlebt?
Sprechen wir darüber – Sie sind nicht allein.
Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die für Sie da sind: Sie hören Ihnen zu, unterstützen Sie und helfen Ihnen, den für Sie passenden Weg zu finden.
Haben Sie Missbrauch im kirchlichen Umfeld erlebt? Sprechen wir darüber - Sie sind nicht allein.
Unterstützung und Begleitung in der Kirche
Kommission ASCE
(Abus Sexuels en Contexte Ecclésial - Sexueller Missbrauch im kirchlichen Umfeld)
Die Kommission setzt sich aus erfahrenen Fachpersonen zusammen – Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Juristinnen und Juristen. Sie hören Ihnen in einem unabhängigen, vertraulichen und neutralen Rahmen zu.
Herr Claude Bumann
claude.bumann@proton.me
079 446 32 48
Gewaltvorfälle bei einer zivilen Stelle melden
Opferhilfe-Beratungsstelle Oberwallis
Die Opferhilfe-Beratungsstellen haben den Auftrag, die Personen zu begleiten und zu unterstützen. Die Mitarbeiterinnen der Opferhilfe können Ihnen dabei helfen, Dokumente, die Ihnen beim Verstehen Ihrer Vergangenheit helfen könnten, bei kantonalen Archiven oder bei anderen Institutionen anzufordern.
Sie beraten die Opfer und ihre Angehörigen, helfen ihnen dabei, ihre Rechte geltend zu machen und verweisen sie an Fachleute (Anwälte, Psychologen, Ärzte etc.). Die Gespräche finden nur auf Vereinbarung statt.
IG-M!kU
In der IG-MikU steht die niederschwellige Unterstützung durch Peers im Fokus: Expert:innen aus Erfahrung (Selbstbetroffene) stehen als Ansprechpersonen für Betroffene und ihr Umfeld zur Verfügung. Wir führen Erstgespräche, hören zu und stabilisieren, erleichtern erste Schritte und triagieren an ausserkirchliche Fachstellen oder kirchliche Fachgremien.
Wir sind für Sie da!
Vreni Peterer, Präsidentin der IG-MikU und ebenfalls Betroffene von sexuellem und spirituellem Missbrauch
Haben Sie in der Kirche Erfahrungen mit nicht‑sexuellem Missbrauch gemacht
etwa durch Machtmissbrauch, durch den Missbrauch Ihres Vertrauens oder durch spirituellen Missbrauch?
Im klaren Willen, nicht zuzulassen, dass sich erneut etwas wiederholt, was so viele Leben verletzt hat, hat sich die Kirche in der Schweiz zu einer aktiven und nachhaltigen Präventionsarbeit verpflichtet.
Die im Bistum Sitten eingerichtete Präventionskommission wirkt in diesem Sinn, indem sie besonders den Blick auf spirituellen Missbrauch und auf Machtmissbrauch richtet. Ihr Handeln ist Teil einer Bewegung hin zu veränderten Haltungen und Strukturen, die auf Zuhören, Verantwortung und Achtsamkeit gründet.
KontaKt
Christine Sidler - Co-Präsidentin
christine.charlotte.sidler@proton.me
Géraldine Rausis - Co-Präsidentin
geraldine.rausis@proton.me
Diese Bemühungen stützen sich auf konkrete Instrumente. So gibt der Verhaltenskodex des Bistums Sitten einen klaren und verbindlichen Rahmen für jede Beziehung im kirchlichen Kontext vor. Er erinnert an grundlegende Werte, fördert respektvolle Haltungen und möchte dazu beitragen, sichere Räume für alle Menschen zu schaffen.
Im November 2023 beauftragte das Bistum Sitten die unabhängige Beratungsfirma Vicario Consulting mit einer Überprüfung des Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs.
Ziel dieses Audits war es, den betroffenen Menschen zuzuhören, die bisherigen Vorgehensweisen zu beurteilen und die Abläufe zu verbessern.
Die im Juni 2024 vorgelegten Ergebnisse zeigen erhebliche Versäumnisse auf, insbesondere im Bereich der Begleitung und Unterstützung von Betroffenen. Das Bistum erkennt seine Fehler an, bittet um Entschuldigung und verpflichtet sich zu einem konkreten Fünf-Punkte-Aktionsplan.
Dieses lokale Vorgehen ist Teil eines nationalen Engagements, das von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ) und der KOVOS getragen wird. Diese Institutionen unterstützen ein umfassendes wissenschaftliches Forschungsprojekt (2024–2026), das an die Universität Zürich vergeben wurde. Ziel ist es, die systemischen Ursachen von Missbrauch besser zu verstehen und einer Wiederholung vorzubeugen.