Die Mutter aller Kirchen des Bistums feiert - Kathedralweihfest in Sitten

Jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober feiert das Bistum Sitten den Weihetag seiner Kathedrale. Dieses Gotteshaus gilt als die Mutter aller Kirchen in unserem Bistum. Wie man den Geburtstag einer Mutter festlich begeht, vor allem, wenn sie schon sehr alt ist, wird auch die Mutterkirche von Sitten gefeiert. Dies geschieht mit einer Festmesse in der Kathedrale um 10.00 Uhr, der Bischof Jean-Marie Lovey vorstehen wird. Sie wird musikalisch mitgestaltet durch die Schola der Kathedrale. Zu dieser Messe sind alle herzlich eingeladen.

Bewegte Geschichte

Dieser Tag führt uns zurück ins 8. Jahrhundert zurück, in das Jahr der ersten Kirche an der Stelle, wo heute die Kathedrale steht. Im Laufe der Jahrhunderte musste diese Bischofskirche viele schwierige Phasen durchlaufen: Brände, Plünderungen, Verwüstungen durch kriegführende Parteien, Mord und Totschlag. Immer wieder ist die Kirche jedoch aus der Asche wieder auferstanden. Sie wurde umgebaut, renoviert, erweitert, verschönert. Nach jedem Unglück wollte fast jeder Bischof seine Kirche noch etwas prächtiger ausstatten als sie es schon war. Der älteste Teil, der heute noch zu sehen, ist der prächtige Kirchturm aus dem Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts. 1403 brannte auch der Glockenturm, die Glocken schmolzen im Feuer, was wenig später zum Anbau des letzten Stockwerks und noch später zum Anbau der Backsteinspitze führt. Der gotische Innenraum, wie er sich uns heute präsentiert, wurde im 15./16. Jahrhundert erbaut, gefolgt von mehreren Restaurierungen im Laufe der Jahrhunderte, wobei jedoch nichts Wesentliches verändert wurde. Eine umfassende Renovation, die einen grossen Eingriff in die Bausubstanz mit sich brachte, erfolgte 1947-1948. Dabei wurde der Chorraum um zwei Joche in östlicher Richtung erweitert und eine Seitenkapelle als Verlängerung des nördlichen Querschiffs erbaut. Die letzte Restaurierung wurde 1986 durchgeführt. Die Kathedrale von Sitten ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und steht unter Denkmalschutz. 

Nun steht wieder eine grosse, Millionen teure, Gesamtrenovation der Kathedrale bevor. Die Aussenrenovation ist bereits seit zwei Jahren im Gange. In einem ersten Schritt wurde das gesamte Dach erneuert. Inzwischen wurde mit der Renovation der Fassade begonnen. Das Kreuz, das in der Vierung des Daches stand, wurde heruntergenommen, restauriert und neu vergoldet. Anlässlich der Messe am Sonntag wird Bischof Jean-Marie Lovey das Kreuz weihen, bevor es dann wieder an seinen angestammten Platz zurückgebracht wird. Es besteht die Möglichkeit, dieses Kreuz in den Tagen vor diesem Fest in der Kathedrale von nahem zu betrachten. 
Um auch das Innere unserer Bischofskirche zu renovieren, muss die Kathedrale nach Ostern 2027 für rund 2 Jahre geschlossen werden.

 

Priesterjubilare

Anlässlich dieser Messe werden immer auch die Priester und die Ständigen Diakone besonders eingeladen, die dieses Jahr ein Jubiläum ihrer Weihe feiern können. Aus dem Oberwallis sind es drei Priester und zwar alt-Professor Hugo Brunner, der sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiert. Brunner Hugo (*1936) von Eischoll, aufgewachsen in Naters, studierte am Kollegium in Brig und Fribourg, Philosophie in Broome-Hall (GB) und im St. Augustins-College in Blacklion (Irland), Theologie im Priesterseminar in Sitten, 1966 wurde er zum Priester geweiht und absolvierte dann eine Ausbildung zum Mittelschullehrer an der Universität von Fribourg. Seine weiteren Stationen waren: Kaplan in Visperterminen, 1974-1998 Professor für Deutsch, Englisch und Religion am Kollegium im Brig, 1996-1998 zusätzlich Pfarradministrator von Lalden und Eggerberg, 1998-2003 Pfarrer dieser Gemeinden. Er lebt heute in Naters. Alt-Pfarrer Paul Zinner (*1939) begeht sein 55jähriges Priesterjubiläum. Er machte zuerst eine Berufslehre als Elektriker, dann das Gymnasium in Ebikon und das Kollegium in Brig, Theologie im Priesterseminar in Sitten und an der Universität Münster (Westfalen). 1971 empfing er die Priesterweihe. Er wirkte anschliessend in folgenden Pfarreien als Seelsorger: Zermatt, Ried-Mörel, deutschsprachige Pfarrei in Siders, Grächen, Raron und im Altersheim St. Michael in Naters. Marius Bucevschi feiert sein silbernes Jubiläum. Er stammt aus Rumänien, wo er 1976 geboren wurde. Nach der Matura studierte er Philosophie und Theologie, zuerst in seiner Heimat und im polnischen Lublin. 2001 wurde er zum Priester geweiht. Er wurde dann Kaplan und Pfarrer in verschiedenen Pfarreien Rumäniens, bevor er ein Fachstudium der Pastoraltheologie an der Päpstlichen Universität in Krakau machte. Anschliessend wurde Bucevschi Kaplan in Krakau. 2021 kam er ins Oberwallis, wo er in den Pfarreien der Schattenberge ein Einführungsjahr absolvierte. Seit 2022 ist er Pfarrer der Pfarreien Agarn, Ems, Ergisch und Turtmann.

Eine herzliche Gratulation diesen Jubilaren und Vergelt’s Gott für ihren segensreichen Einsatz in den verschiedenen Pfarreien. 

Paul Martone

 

 

Die Kathedrale, die zurzeit renoviert wird, feiert am Sonntag ihren Weihetag.

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