Archiv des Bistums (AES)

Das Bistumsarchiv (AES) ist eine vergleichsweise „junge“ Institution. Dies liegt vor allem daran, dass die ursprünglichen Bestände, die damals im bischöflichen Schloss Majoria untergebracht waren, beim grossen Stadtbrand von Sitten im Jahr 1788 fast vollständig vernichtet wurden. Dokumente aus der Zeit vor diesem Ereignis sind daher nur noch selten zu finden. Dennoch beherbergt das Archiv heute wieder bedeutende Bestände an Pergamenten, Manuskripten, Inkunabeln, Korrespondenzen und weiteren historischen Quellen.

Nach der Brandkatastrophe liess Bischof Maurice-Fabien Roten (Amtstätigkeit 1830–1843) zwischen 1838 und 1840 das neue Bischofshaus gegenüber der Kathedrale errichten, das bis heute besteht. In dieser Zeit rückten auch die systematische Organisation und die dauerhafte Sicherung der Archivbestände stärker in den Fokus.

Den Grundstein für die heutige Ordnung legte der Kapuzinerpater Isidore Rudaz (1800–1868). Der aus Vex stammende Pater, der vor allem in Sitten und Saint-Maurice wirkte, erhielt am 17. August 1844 von Bischof Pierre-Joseph de Preux den offiziellen Auftrag zur Neuordnung des Archivs. Die eigentliche Arbeit nahm er wohl Ende 1848 auf. Bis zu seinem Tod im Frühjahr 1868 widmete er sich der Klassifizierung und der Erstellung eines Inventars. Dieses Verzeichnis wurde später durch Chorherr Pierre-Antoine Grenat sowie weitere Nachfolger fortgeführt und blieb bis 1956 massgeblich.

In der jüngeren Geschichte prägte insbesondere Chorherr Emil Tscherrig, bischöflicher Kanzler von 1953 bis 1972, die Entwicklung des AES. Er entwarf eine neue Systematik und begann mit einem modernen Inventar, das parallel zum bewährten System von Pater Rudaz geführt wurde. In den folgenden Jahrzehnten setzten verschiedene Persönlichkeiten diese Arbeit fort: Auf Abbé Philippe Bussien (1968–1980) folgte Abbé Henri Descartes (1981–1990), der dabei vom Staatsarchivar Grégoire Ghika fachlich beraten wurde. Nach dessen Tod übernahm Diakon Hans Gisler die Leitung. Im Auftrag von Bischof Norbert Brunner ordnete er die aufgelaufenen Bestände und erstellte bis Oktober 2002 ein digitales Archivverzeichnis. Seither bildet dieser Strukturplan die Basis für die laufende Ergänzung des elektronischen Inventars.

Einsichtnahme in das Bistumsarchiv

Das Archiv des Bistums Sitten (AES) ist ein Privatarchiv, das ausschliesslich Forschenden zugänglich ist, die wissenschaftliche Untersuchungen durchführen.

Einsicht in das Bistumsarchiv

Für genealogische Nachforschungen (Ahnenforschung) können die Kirchenbücher im Staatsarchiv des Kantons Wallis (AEV) in Sitten nach vorheriger Terminvereinbarung eingesehen werden.

Reglemente für die Archive im Bistum Sitten

Astrid Bornet-Jordan
Astrid Bornet-Jordan
Secrétaire documentaliste
Anne Andenmatten
Anne Andenmatten
Archiviste